Slalom – Das Gerät was niemals fertig wird …

Wer uns auf den Sozialen Medien folgt weiß das ich über den Winter ein kleines Slalombootcamp mit Rio gemacht habe. Das heißt ich habe verstärkt an den verschiedenen Eingängen gearbeitet, und den Gerätefokus verbessert.

Im Laufe dieses Bootcamps ist mir aber aufgefallen, das das eigentlich nichts besonderes ist oder etwas was nur Rio braucht.  Aus meiner Sicht ist der Slalom das schwierigste Gerät weil es sehr viel Kraft und Koordination abverlangt und tausende von Dingen gibt die man Üben muss . Da man den Slalom aus allen Lebenslagen (Handlings/andere Geräte ) , Winkeln heraus anlaufen und verlassen kann, ist die Liste der Dinge die ein Hund können sollte sehr lang. Daher ist es normal das es Zeit brauch und intensiveres Training bis der Hund “alles” kann.

Und im Zuge dieser Überlegungen ist mir wieder mein Trainingsplan “Slalom-Training ” eingefallen den ich heute zum Teil mit euch teilen möchte 😉 Vorab dieser Trainingsplan ist vollkommen unabhängig davon wie man den Slalom aufbaut und dient weniger als zeitlicher Plan als Plan was man alles trainieren “muss” . Der Slalom-Plan ist daher in drei Kategorie aufgeteilt die wiederum verschiedene Schritte enthalten.


Kategorie 1 – Eingänge

 

Ich finde es ganz wichtig das man gerade das Training der Eingänge strukturiert. Zum einen kann man so nicht so schnell etwas vergessen und zum anderen wissen wir alle das man schnell dazu neigt nur bestimmte Dinge zu üben . Deshalb hat mein Eingänge-Training vier Stufen die aufeinander aufbauen.

Stufe 1: Verschiedene Eingänge üben

Bei der Stufe geht es darum verschiedenen Eingänge zunächst ohne viel Anlauf zu üben und diesen dann langsam zu steigern. Da das wichtigste bei den Eingängen ja ist das der Hund lernt wo er rein muss ist es aus meiner Sicht sehr wichtig das man die Eingänge erstmal mit so wenig Bewegung wie möglich übt.

Stufe 2: Slalom kombinieren

Wenn der Hund die Eingänge gut kann kann man beginnen diese mit anderen Geräten zu kombinieren. Dabei kann es sein das der Hund einen geraden Eingang schon so gut kann das man ihn aus einem Parcours anlaufen kann, man aber bei schwierigeren Eingängen lieber  vor dem Slalom abbricht.

Stufe 3: Hundeführerpositionen

In der Stufe geht es darum alle möglichen Hundeführerpositionen zu üben . Dabei geht es weniger um die Standards als um solche verschiedene Handlings (Wechsel vor dem Slalom z.B ) und schwierige Bewegungen die daraus resultieren Hundeführers (Überlaufen, hinterm Hund kreuzen ).

Kategorie 2 – Slalom unabhängig vom Hundeführer arbeiten

Eine weitere Fähigkeit die der Hund am Slalom lernen sollte, ist das unabhängige Arbeiten des Slaloms. Das heißt der Hund soll lernen den Slalom weiter und zu Ende zuarbeiten egal was der Hundeführer tut. Dieses ist wichtig damit der Hundeführer sich später während der Hund im Slalom ist schon für die nächsten Hindernisse positionieren kann. Wichtig ist das man auch dieses schon von Anfang an übt deswegen kann man das Training auch schon beginnen wenn der Hund noch nicht alle Eingänge kann. Man sollte folgende Dinge dann aber nur in Verbindung mit Eingängen üben die der Hund schon gut kann.

Stufe 1:Zurück bleiben

Ich übe immer erst das zurückbleiben weil es zu meinem Aufbau des Slaloms automatisch dazu gehört. Wenn man anders als ich den Slalom aufbaut kann man auch erst mit den anderen Stufen beginnen.

Stufe 2: seitlich absetzen

Auch das seitliche absetzen kann und sollte man von Anfang üben , damit man den Hund nicht daran gewöhnt das man selbst am Slalom bleibt

Stufe 3: nach vorne absetzen

Gerade für Hunde wie z.B Rio ist es sehr schwer im Slalom zu bleiben weil sie dem Hundeführer nicht einfach hinterher rennen können sondern weiter fädeln müssen 😉 Deshalb macht diese Übung erst wirklich Sinn wenn der Hund fädeln muss.

Schritt 4: Toleranz von Hundeführerbewegungen

Diese weitere Übung die ich gerne, auch schon mit Hunden im Aufbau mache, dient dazu dem Hund noch mehr verständlich zu machen das er den Slalom arbeiten soll egal was der Hundeführer macht. Hierfür kann der Hundeführer hüpfen, klatschen, die Arme schütteln oder was auch immer machen, während der Hund den Slalom durchläuft. Auch wenn man dieses in einem Parcours vielleicht niemals braucht, hilft dieses doch dem Hund zu generalisieren. Natürlich sollte man auch hier die Anforderungen langsam steigern und die Toleranz des Hundes langsam aufbauen. Doch gerade mit dieser Übung kann man den Slalom zu einem absoluten Verlass-Gerät machen.

Schritt 5: Toleranz von anderen Geräten neben dem Slalom

Immer wieder kommt es im Parcours vor das andere Geräte recht nah am Slalom platziert sind. Das führt dazu das der Hundeführer dem Hund recht nah im Slalom kommen muss oder das Gerät zwischen sich und dem Hund im Slalom lassen muss. Gerade dieses sollten wir auch von Anfang an üben und dem Hund so beibringen das er den Slalom auch dann zu Ende arbeiten muss.

Kategorie 3 – Slalom-Ausgänge

In der letzten Kategorie der Übungsaufgaben geht es darum dem Hund verschiedene Führtechniken am Slalom-Ausgang zu akzeptieren und den Slalom trotzdem noch sauber zu Ende zuarbeiten.

Schritt 1: Winkel nach dem Slalom

Genauso wie der Hund in verschiedenen Winkeln in dem Slalom einfädeln kann kann er auch in verschiedenen Winkeln aus dem Slalom herauskommen. Und genauso wie bei den Eingängen sollte man mit dem Hund üben das der Hundeführer ihn nach dem Slalom an verschiedenen Stationen annehmen kann.

Schritt 2: absetzen hinter oder neben das nächste Gerät

Viele Hunde neigen dazu frühzeitig ausfädeln wenn der Hundeführer sich schon neben oder hinter dem nächsten Gerät platziert. In Anbetracht der neuen Aufgabe machen die Hunde dann die Aufgabe im Slalom nicht richtig zu Ende. Deshalb sollte man auch das frühzeitig üben, Wichtig ist sind hierbei zwei Sachen, zum einen sollte man auch die nachfolgenden Geräte in verschiedenen Winkeln zum Slalom platzieren und zum zweiten macht es Sinn den Hund dieses Gerät nicht immer arbeiten zu lassen, um ihn für die Arbeit im Slalom zu bestätigen.

Schritt 3: seitlich mitnehmen

Viele warten bei seitlichen Mitnehmen nach dem Slalom so lange bis der Hund zu ende gefädelt hat, um zu verhindern das der Hund ausfädelt. Ziel sollte aber sein das der Hundeführer auch vor dem Hund den Slalom seitlich kreuzen kann, auch wenn dieser sich noch darin befindet.

Schritt 4: Wechsel vor dem Hund

Zu guter Letzt sollten wir dem Hund noch beibringen das der Hundeführer hinter dem Slalom die Seite wechselt. Dabei ist es nicht wichtig das der Hundeführer schon weiß wie die einzelnen Wechsel funktionieren, es reicht wenn man den Hundeführer erklärt das sie von der einen Seite zur anderen wechseln sollen.

Nach soviel Theorie findet ihr in folgender Playliste Youtube Videos rund um das Training vom Slalom . Zum Teil von uns, aber auch legendäre Videos von anderen Agility-Sportlern 😉

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