Reihe Sprungprobleme – Teil 4 – “Diagnose” von Sprungproblemen

Nach dem wir jetzt wissen welche Dinge zu Sprungproblemen führen können , schauen wir uns in den kommenden Teilen an wie man feststellt ob ein Hund überhaupt ein Sprungproblem hat und welche Ursache das evtl. haben könnte . Starten tun wir mit 3 von 6 Fragen die sich jeder stellen sollte der einen Hund hat der nicht gut springt bzw. dazu neigt Stangen zu schmeißen .

1. Frage: Ist der Hund geröntgt und von einem Tierphysiotherapeuten kontrolliert ?
Bevor ich irgendwas analysiere oder gar trainiere muss ich mir ein Bild davon machen wie die körperliche Verfassung des Hundes ist. Das kann ich zum Teil selbst machen, in dem ich mir den Hund anschaue und damit offensichtliche Probleme wie Körperbau, humpeln/tickern, Übergewicht, fehlende oder unzureichende Muskeln erkenne. Das reicht aber für ein vollständiges Bild, in meinen Augen nicht aus. Darüber hinaus ist es für mich wichtig zu wissen wie wahrscheinlich eine krankhafte Veränderung der Gelenke etc. Ist (Röntgen) und ob eventuell Blockanden, Reizungen etc. (Tierphysiotherapeut) vorliegen. Denn diese Dinge können den Hund am Sprung negativ beeinflussen ohne das sie direkt sichtbar sind. Wenn ich laufe sieht auch niemand das ich auf Grund einer Fehlstellung im Fuß nur sehr schlecht springen kann bzw. Mir nur das Schmerzen verursacht.

2. Frage: Viele Stangen hat dein Hund im letzten Monat, der letzten Woche und dem letzten Training geworfen ?

An der Stelle kommen dann die meisten Hundeführer schon in Stocken. Ist aber auch komisch das ich bei einer Problem Analyse wissen muss wie groß das Problem ist. Grundsätzlich sind Stangenfehler im Agility, gerade im Large-Bereich, normal und deuten nicht zwangsläufig darauf hin das der Hund schlecht springt. Das springen im Parcours ist so komplex das es völlig normal ist wenn der Hund sich mal vertut und damit vielleicht auch die ein oder andere Platzierung flöten geht. Einzig und allein die Häufigkeit ist daher maßgeblich, um überhaupt feststellen zu können ob es ein Problem gibt.

3. Frage: In welchen Situation sind die letzten 5-10 Stangen gefallen ?

Auch diese Frage bringt die meisten Hundeführer ins schwimmen. Dabei ist es wichtig zu wissen ob immer die “gleichen” Stangen fallen oder ob der Hund ein grundsätzliches Problem hat. Gerade die Unterscheidung von “systematischen” und “funktionalen” Fehlern läuft in vielen Trainingsgruppen falsch. Unter systematischen Fehler fallen alle die Dinge die mit dem grundsätzlichen System des Springens zu tun haben, wie z.b Absprungpunkt finden, Flugkurve, Gewichtsverlagerung etc. . “Funktional” ist dahingegen alles was die Anwendung dieses Systems betrifft, also z.B Sprungkommandos, Gerätefokuss etc. . Auf Grund dieser Unterscheidung ist es auch logisch warum es nichts bringt mit einem Hund alle Funktionen zu üben wenn er ein “Fehler im System” hat. In den kommenden 4 Teilen will ich euch einmal beschreiben wie ich vorgehe wenn ich um Hilfe in Sachen “Springen” gefragt werde. Dafür habe ich zum einen 6 Fragen zusammengestellt und zum anderen werde ich euch drei Übungen vorstellen mit denen man das Sprungverhalten/Sprungproblem beurteilen kann. Heute also die ersten 3 Fragen die sich jeder beantworten sollte der vermutet das sein Hund ein Sprungproblem hat. Und mit ein Hund dessen System stimmt braucht kein Training dessen, wenn die Funktion das Problem ist. Leider wird aber in 99,9 % der Fälle genauso vorgegangen. Da wird der Hund der gar kein Plan von Springen hat stundenlang mit der Anwendung dieses Plans gequält während der Hund der schon einen gutes Plan hat, stundenlang mit der ausarbeiten dessen beschäftigt wird. Zugegeben letzteres ist eher selten und auch deutlich besser als ersteres, aber auch das hab ich schon gesehen.

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